Das ist eigentlich schon ein großer Unterschied. Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll. Aber ok, irgendwo muss es ja los gehen.
Der Empfang
Man geht nicht einfach in ein Restaurant rein und sucht sich einen Tisch aus. Man wartet am Empfang und wird dann von der Empfangsdame (oder dem -herren) irgendwo hingesetzt. Vorzugsweise direkt unter die Klimaanlage oder da, wo es am lautesten ist. Damit der Gast weiß, wo er sich am Tisch hinsetzen soll, werden die Speisekarten direkt an die richtige Stelle auf gelegt.
Die Atmosphäre
In einem Amerikanischen Restaurant ist es eigentlich immer laut. Die Cheesecake Factory ist eine sehr gute Restaurantkette hier, allerdings sind die Restaurants innen wie Bahnhofshallen. Auf der Seite von Bertuccis (eine ‘italienischen’ Kette) kann das sehr gut nachempfunden werden. Die sind darauf sogar Stolz.
Die Kellner
…haben einfach gar keine Ahnung. Wenn Sie das erste Mal an einen Tisch kommen, stellen sie sich mit Namen vor und sagen die ‘Specials’ auswendig auf (man könnte es auch runter rasseln nennen [schrecklich!]). Dann nehmen sie die Bestellung der Getränke auf. Wenn Sie (ziemlich schnell) mit den Getränken zurückkommen, wollen sie die Bestellung des Essens aufnehmen. Wenn man noch nicht so weit ist, und um mehr Zeit fragt, kommen Sie jede Minute wieder, um zu checken, ob man jetzt ausgesucht hat. Für den ganzen Aufenthalt im Restaurant hat man denselben Kellner, d.h. möchte man etwas bestellen, und er ist gerade nicht da, muss man warten.
Die Getränke
Auf Soft-Drinks (Cola, Fanta, (Leitungs-)Wasser, Sprite, Ice-Tea) gibt es normalerweise in Restaurants kostenlose Refills. D.h. ist der Becher (fast) leer, nimmt der Kellner ihn mit und füllt ihn wieder auf. Sehr praktisch, wenn man Durst hat. Andere Getränke werden so gehandhabt, wie in Deutschland auch. Man muss nur aufpassen. Ist das Restaurant mehr eine Bar mit Essen, gibt es keine Refills und man muss jedes Getränk teuer bezahlen.
Das Essen
Abgesehen davon, dass es etwas anders schmeckt, ist es eigentlich ziemlich identisch. Wenn man fertig ist, und nicht aufgegessen hat, fragt der Kellner, ob man das überschüssige Essen mitnehmen möchte. Die Portionen sind in der Regel hier größer als in Deutschland und können durchaus für zwei Tage reichen.
Die Bezahlung
Noch während man am Essen ist, oder kurz danach kommt der Kellner mit der Rechnung. Sollte er nicht kommen, muss man nach dem ‘Check’ fragen. Die Rechnung liegt in einer Mappe. Auf den Rechnungsbetrag kommt noch Steuern (Tax) und Trinkgeld (Tip). Um immer auf nummer sicher zu gehen, kann man einfach 25% auf den Netto-Betrag rechnen.
Wenn man bar bezahlen will, kann man das Geld einfach reinlegen. Bezahlt wird nur mit Scheinen, nicht mit Münzen (höchstens $1-Münzen). Wenn es passend ist, kann man einfach gehen. Wenn nicht, nimmt der Kellner die Mappe irgendwann wieder mit und legt Geld bis zum Brutto-Betrag rein (ohne Tip). Dann lässt man noch so viel Geld in der Mappe, wie man Tip geben will.
Will man mit Kreditkarte bezahlen (wird eigentlich überall akzeptiert) steckt man die Karte oben in den Kartenhalter der Mappe. Der Kellner sieht das dann und nimmt die Mappe samt Karte mit. Nach kurzer Zeit kommt er zurück. Dann sind in der Mappe drei Belege: Die original Rechnung und die Kreditkartenabrechnung für das Restaurant und den Gast. Der Beleg der Kreditkartentransaktion für das Restaurant muss unterschrieben werden, dort sind dann noch zwei weitere Zeilen auszufüllen. In die obere schreibt man den Tip (Trinkgeld) und in die untere schreibt man den Gesamtbetrag (Brutto-Betrag + Tip). Es empfiehlt sich auf die eigene Kopie mindestens den Gesamtbetrag zu schreiben.
Nach der Bezahlung
Es ist üblich das Restaurant dann relativ schnell zu verlassen. Man bleibt nicht noch Stunden sitzen und quatscht.
Wenn man all diese Regeln beachtet, ist man eigentlich ganz gut ‘bedient’.
