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Mittwoch, 09. Mai 2007 

Hier in den USA fahren die Leute anders Auto. Es gibt eigentlich dieselben Regeln, wie in Europa oder Deutschland auch, es hält sich nur niemand daran:

Rechts überholen: Verboten… hält sich aber niemand dran
Zu schnelles Fahren: Verboten… hält sich aber niemand dran
Zu dichtes Auffahren: Verboten… hält sich aber niemand dran
Handy während der Fahrt benutzen: Ratet mal…

Das sind so die wichtigsten Dinge. Jetzt werdet ihr euch da drüben auf der anderen Seite des Teichs bestimmt fragen: Warum ist das so? Spinnen die Amerikaner? Kurze Antwort: Ja ;-)
Nein, natürlich ist das nicht die Antwort. Es ist nur keiner hier, den das interessiert, solange man es nicht übertreibt oder einen Unfall baut. Polizei gibt es hier wie Sand am Meer. Wenn ich jeden Tag einen Kaffee ausgeben müsste, wenn ich fünf Polizeiautos oder Polizisten sehen würde, wäre ich inzwischen arm. Allerdings gucken die auf andere Sachen. Zum Beispiel werden hier sehr viele allgemeine Verkehrskontrollen gemacht (ich wurde zum Glück bis jetzt verschont). Dann winken die einfach ein Auto raus und gucken sich den Fahrer an. Aber um zum Beispiel wegen zu schnellen Fahrens angehalten zu werden, muss man normalerweise mindestens über 10mph (ca. 16km/h) zu schnell sein, dann wird es allerdings teuer (Ähnlich wie in Holland).

Oft passiert es auch, dass eine ganze Spur auf der Autobahn 10 bis 15mph zu schnell fährt. Dann kann man auch ruhig mit zu schnell fahren. Die Polizei hält hier nicht fünf oder mehr Autos gleichzeitig an und außerdem passiert ja nichts, weil alle zu schnell fahren.

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Freitag, 04. Mai 2007 

Das ist eigentlich schon kein kleiner Unterschied mehr; Das ist viel mehr ein himmelweiter Unterschied. Um den amerikanischen Führerschein (Drivers License) zu bekommen, muss man eigentlich keine Ahnung vom Straßenverkehr und vom Autofahren haben.

Wir ich schon geschrieben habe, habe ich nur 40 Minuten gebraucht, um alles für den Führerschein zu erledigen. Ok, ein amerikanischer Durchschnittsbürger braucht dafür länger, aber dazu später mehr. Zunächst, wofür braucht man in den USA einen Führerschein? Ganz einfach: Für alles. Hier in den USA gibt es keinen Personalausweis (oder etwas Vergleichbares). Es gibt nur einen Reisepass und der ist genauso unhandlich, wie in Deutschland auch. Aus diesem Grund benutzen alle Amerikaner den Führerschein als Ausweis. Auf dem Führerschein ist Name, Geburtstag, Größe, Gewicht und Adresse vermerkt, darum muss man sich auch beim MVC (Motor Vehicle Commission) ummelden, wenn man umzieht. Es gibt sogar eine Non-Driving License. Die ist dann für Kinder oder Erwachsene, die nicht Autofahren dürfen, sich aber ausweisen möchten.

Jetzt das Procedere, um einen Führerschein zu bekommen: Man geht ohne Voranmeldung zu einer Niederlassung des MVC und sagt man würde gerne einen Führerschein bekommen. Dann bekommt man (als Ausländer mit existierendem Führerschein) zwei kleine Anträge (Die Blätter sind nicht größer als 1/4 A4). Die füllt man mit seinen Daten aus und muss seine Identität bestätigen lassen.

Es gibt hier ein Punktesystem, um zu bestimmen, dass du wirklich du bist. Man muss mindestens 6 Punkte haben, um eine License zu bekommen. Ein Reisepass mit Einreiseunterlagen entspricht zum Beispiel 4 Punkten, eine Kreditkarte mit deinem Namen hat einen Punkt. Dann muss man noch einen Kontoauszug haben, auf dem die eigene Adresse steht. Quasi als Beleg, dass du wirklich an dieser Adresse wohnst.

Danach geht’s weiter. Eine (meistens) nette Dame guckt sich alle Unterlagen an, macht ein Bild, kassiert $10 und schickt dich zu den Tests. Es gibt zwei Tests. Eine ‚Vision test‘ und einen ‚Written test‘. Der Vision test besteht nur darin 12 Buchstaben vorzulesen. Der Written test ist etwas umfangreicher. Man muss 50 multiple choice Fragen beantworten und 40 davon müssen richtig sein. Es gibt immer vier Antwortmöglichkeiten und eine davon ist richtig. Der Test zielt allerdings weniger auf Verkehrsregeln oder Vorfahrtsregeln ab. Vielmehr wird sehr ausführlich gefragt, ab wann man Autofahren darf, wie viel Alkohol man trinken darf, was passiert, wenn man Drogen nimmt. Also ich bin der Meinung, dass man nach diesem Test nicht autofahren kann.

Als Amerikaner muss man danach noch einen ‚Road test‘ machen. Den kann man auch ohne Voranmeldung direkt dort ablegen, allerdings muss man erst 3 Monate warten. Der Road test besteht nur darin einmal im Kreis zufahren, abzubiegen und einzuparken, oder so etwas. Das kann man alles auf diesem Gelände machen. Die haben dort eine kleine Kreuzung und vier Straßen und einen(!!!) Parkplatz dafür. Eine Fahrschule gibt es dafür nicht. Nach dem Written test kann man bereits mit einem erwachsenen Haushaltsmitglied (min 21 Jahre alt, 3 Jahre Führerschein) autofahren.

Ich habe 5 Minuten nach meinem Test meine Drivers-License bekommen.

Das interessante ist, dass diese Drivers-License nie unbegrenzt gültig ist. Meine ist auf Grund des Visums nur bis November 2007 gültig, aber eine normale License für einen Amerikaner ist vier Jahre gültig. Danach muss er wieder einen Test ablegen.

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Dienstag, 24. April 2007 

Hallo,

ich werde jetzt mal auf Grund von Rückmeldungen in den Kommentaren eine kleine Artikelserie starten: Die kleinen Unterschiede. Ich werde in jedem Artikel einen Unterschied aufzeigen.

Fangen wir heute an, mit:
Die Toilette

1. Restromms
Wenn man auf’s Klo muss, und nicht weiss wo es ist, z.B. in einem Restaurant, bei einem Freund oder ähnliches, dann fragt man nicht: ‘Where is the toilett?’, sondern man fragt: ‘Where is the restroom?’ oder ‘Where is the bathroom?’. Als ‘toilett’ wird im Englischen die Keramikschüssel des Klos gemeint. Und in Deutschland wird man ja auch komisch angeguckt, wenn man im Restaurant fragt: ‘Wo ist die Kloschüssel?’ :-)

2. Wasser in der Schüssel
Hier in den USA steht immer Wasser im Klo. Die Schüssel ist immer (von der Höhe her) zur Hälfte voll. Keine Ahnung, was das für einen Sinn hat, abgesehen davon, dass es ggf. hochspritzt. ‘Bremsspuren’ kommen trotzdem manchmal. Dann ist man aber ziemlich aufgeschmissen, weil es hier auch oft keine Klobürsten gibt.

3. Papiersitz
In besseren öffentlichen (oder semiöffentlichen [wie bei Siemens]) Toiletten gibt es manchmal Papiersitze. Die kann man dann über die Klobrille packen, damit keine fiesen Sachen dich erreichen.

4. Abspühlen
Die Klos verhalten sich wie Druckspühlklos im Flugzeug oder ICE. Es entsteht ein Unterdruck (keine Ahnung, wo der her kommt) und die ganze Brühe wird erst mal aus dem Klo gesogen, danach kommt dann Frischwasser von oben wieder rein. Und alles ist wieder sauber. :-) [meistens]

Das war’s zum Klo.

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