Freitag, 04. Mai 2007
Das ist eigentlich schon kein kleiner Unterschied mehr; Das ist viel mehr ein himmelweiter Unterschied. Um den amerikanischen Führerschein (Drivers License) zu bekommen, muss man eigentlich keine Ahnung vom Straßenverkehr und vom Autofahren haben.
Wir ich schon geschrieben habe, habe ich nur 40 Minuten gebraucht, um alles für den Führerschein zu erledigen. Ok, ein amerikanischer Durchschnittsbürger braucht dafür länger, aber dazu später mehr. Zunächst, wofür braucht man in den USA einen Führerschein? Ganz einfach: Für alles. Hier in den USA gibt es keinen Personalausweis (oder etwas Vergleichbares). Es gibt nur einen Reisepass und der ist genauso unhandlich, wie in Deutschland auch. Aus diesem Grund benutzen alle Amerikaner den Führerschein als Ausweis. Auf dem Führerschein ist Name, Geburtstag, Größe, Gewicht und Adresse vermerkt, darum muss man sich auch beim MVC (Motor Vehicle Commission) ummelden, wenn man umzieht. Es gibt sogar eine Non-Driving License. Die ist dann für Kinder oder Erwachsene, die nicht Autofahren dürfen, sich aber ausweisen möchten.
Jetzt das Procedere, um einen Führerschein zu bekommen: Man geht ohne Voranmeldung zu einer Niederlassung des MVC und sagt man würde gerne einen Führerschein bekommen. Dann bekommt man (als Ausländer mit existierendem Führerschein) zwei kleine Anträge (Die Blätter sind nicht größer als 1/4 A4). Die füllt man mit seinen Daten aus und muss seine Identität bestätigen lassen.
Es gibt hier ein Punktesystem, um zu bestimmen, dass du wirklich du bist. Man muss mindestens 6 Punkte haben, um eine License zu bekommen. Ein Reisepass mit Einreiseunterlagen entspricht zum Beispiel 4 Punkten, eine Kreditkarte mit deinem Namen hat einen Punkt. Dann muss man noch einen Kontoauszug haben, auf dem die eigene Adresse steht. Quasi als Beleg, dass du wirklich an dieser Adresse wohnst.
Danach geht’s weiter. Eine (meistens) nette Dame guckt sich alle Unterlagen an, macht ein Bild, kassiert $10 und schickt dich zu den Tests. Es gibt zwei Tests. Eine ‚Vision test‘ und einen ‚Written test‘. Der Vision test besteht nur darin 12 Buchstaben vorzulesen. Der Written test ist etwas umfangreicher. Man muss 50 multiple choice Fragen beantworten und 40 davon müssen richtig sein. Es gibt immer vier Antwortmöglichkeiten und eine davon ist richtig. Der Test zielt allerdings weniger auf Verkehrsregeln oder Vorfahrtsregeln ab. Vielmehr wird sehr ausführlich gefragt, ab wann man Autofahren darf, wie viel Alkohol man trinken darf, was passiert, wenn man Drogen nimmt. Also ich bin der Meinung, dass man nach diesem Test nicht autofahren kann.
Als Amerikaner muss man danach noch einen ‚Road test‘ machen. Den kann man auch ohne Voranmeldung direkt dort ablegen, allerdings muss man erst 3 Monate warten. Der Road test besteht nur darin einmal im Kreis zufahren, abzubiegen und einzuparken, oder so etwas. Das kann man alles auf diesem Gelände machen. Die haben dort eine kleine Kreuzung und vier Straßen und einen(!!!) Parkplatz dafür. Eine Fahrschule gibt es dafür nicht. Nach dem Written test kann man bereits mit einem erwachsenen Haushaltsmitglied (min 21 Jahre alt, 3 Jahre Führerschein) autofahren.
Ich habe 5 Minuten nach meinem Test meine Drivers-License bekommen.
Das interessante ist, dass diese Drivers-License nie unbegrenzt gültig ist. Meine ist auf Grund des Visums nur bis November 2007 gültig, aber eine normale License für einen Amerikaner ist vier Jahre gültig. Danach muss er wieder einen Test ablegen.