Mittwoch, 05. März 2008

Gestern war ich mit einigen Siemenskollegen im Alten Hof in München. Dort haben wir, natürlich nur für das aktuelle Projekt bei Siemens, am ‘Genießen im Dunkeln’ teilgenommen. Das war eine sehr interessante Erfahrung das Essen vor dem Essen nicht zu sehen.
Es lief so ab, dass zuerst gewartet wurde, bis alle Gäste da waren. Dann gab es eine kleine Ansprache von dem Veranstalter. Er hat auf folgende Punkte hingewiesen:

  • Handys aus. Uhren ab. Alles was leuchtet sollte aus sein oder nicht mit in den Raum genommen werden
  • Wenn man das Gegenüber nicht sieht, neigt man dazu immer lauter zu sprechen. (Wusste vorher keine von uns)
  • Jeder sollte sich selbst Wasser einschenken. Damit man nicht zu viel Wasser ins Glas kippt, muss man einen Finger rein halten. Wenn der nass wird, ist das Glas voll.
  • Brillen braucht man nicht, da man sowieso nichts sieht (Ach ne…)

Anschließend wurden wir in kleinen Gruppen in den extrem dunkeln, absolut lichtlosen Raum geführt. Zuerst habe ich mich eigentlich ziemlich wohl gefühlt. Alle fanden das irgendwie schrecklich, aber ich hatte keine Probleme. Dann fing ziemlich schnell das Essen an. Es war ein vier Gänge Menü. Ich fand die Gänge ziemlich außergewöhnlich. Das Meiste, wie Trüffel oder Kaviar, hatte ich vorher noch nie gegessen. Deswegen war ich bei der Raterunde, was wir denn jetzt gerade gegessen haben, nach jedem Gang nicht besonders gut. Ich fand trotzdem alles sehr lecker, abgesehen von der Suppe, die wir mit einem Strohhalm getrunken haben.
Zwischen den Gängen hat ein Geburtsblinder aus einem Buch vorgelesen (im Dunkeln!!!). Nach dem zweiten Gang hatte ich genug von der Dunkelheit. Ich wollte irgendwie einfach nur noch raus. Habe mich aber zusammengerissen, und bis zum Schluss durchgehalten! Juhu!
Beim Rausgehen konnte man bei Licht noch betrachten, was man gegessen hat. Abgesehen vom 3. Gang (das Hauptgericht), habe ich mir alles so vorgestellt, wie es wirklich aussah.
Essen im Dunkeln, oder als Blinder, ist gar nicht so leicht. Erstens wusste ich nie, ob mein Teller schon leer ist, und zweitens man schiebt die Sachen mit der Gabel vom Teller. Fleisch mit dem Messer schneiden und mit der Gabel fixieren habe ich voll nicht hinbekommen. Habe dann nach einmal abschneiden dahin gewechselt, dass ich das Fleisch einfach aufgespießt und abgebissen habe (War ja dunkel, hat niemand gemerkt).
Die Kellner waren Sehende, die hatten Nachsichtgeräte. Waren also voll im Vorteil.
Um mal zu einen Abschluss zu kommen, es war eine sehr interessante und gute Erfahrung. Ich bin froh, dass ich das erleben durfte. Sollte jeder mal gemacht haben. Ich denke, dass erweitert den eigenen Horizont. Ich brauche das aber nicht noch mal, wenn ich ehrlich bin. :-)
Wer sich dafür interessiert, und in der Nähe von München wohnt: Hier ist der Link zum Genießen im Dunkel vom Alten Hof

1 Kommentar

  1. 1
    mo 

    Das gibts auch in Köln (wo ich war), Berlin und Hamburg:

    http://www.unsicht-bar.com/

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