Ich glaube so einen Perfektionismus, wie in Japan gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.
Das ist Kies:
Wird wahrscheinlich zehnmal am Tag neugemacht.
Ich glaube so einen Perfektionismus, wie in Japan gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.
Das ist Kies:
Wird wahrscheinlich zehnmal am Tag neugemacht.
Heute war ein sehr schwerer Tag: Wir waren in Nagasaki. Zuerst haben wir einen überlebenden der Atombombe hier in Nagasaki getroffen, anschließend waren wir am “Ground Zero” und zum Schluss waren wir im Nagasaki Atomic Bomb Museum.
Direkt vorweg: Das war das schlimmste, dass ich in meinem Leben bis jetzt gesehen, gehört und gefühlt habe.
Herr Katsuji Yoshida hat uns detailiert von seinem Kampf ums überleben erzählt. Er war zum Zeitpunkt des Entschlags am 9. August 1945 13 Jahre alt und ca. 850m vom Explosionsort entfernt. Als ihn die Druckwelle erfasst hat, wurde er 40 Meter durch die Luft geschleudert und landete zu seinem Glück in einem Reisfeld. Seine Kleidung und Haut war an vielen Stellen am Körper weggebrannt. Er konnte direkt die Muskeln sehen. Seine Großmutter und sein Vater waren ca. 7km entfernt von ihm, und sie haben sich auf die Suche nach ihm gemacht. Beide starben drei Monate später an der Strahlung. Er und seine Mutter überlebten. Zwei Tage nach der Explosion kam er ins Krankenhaus, solange wurde zuhause verpflegt. Er hat uns von all seinen Strapazen in seinem Leben berichtet. Seit 15 Jahren (er ist nun 88 Jahre alt) kann er über das erlebte berichten, und hat innerlich Frieden geschlossen.
Er hat sich mit einigen anderen Überlebenden zusammengeschlossen und sie versuchen den Menschen zu vermitteln, wie schlimm und grausam Krieg und speziell die Atombombe ist. Die Gruppe hat ein Motto:
“The Basis of Peace is for People to Understand the Pain of Others”
(dt. “Die Basis für Frieden unter den Menschen ist das Verstehen vom Schmerz der anderen”)
Eine, wie ich finde, sehr traurige Definition von Frieden, aber aus seiner Situation heraus bestimmt richtig.
Ground Zero (die Explosion fand in einer Höhe von 500m statt):
Sinngemäß: “Hier drin ist die Liste aller wegen der Atombombe verstorbenen Menschen”.
Kurze Statistik von 1950:
Zum Zeitpunkt des Einschlags lebten ca. 240.000 Menschen in Nagasaki.
73.884 starben (innerhalb von ca. vier Jahren)
74.909 wurden verletzt
Anstelle zu beten basteln Japaner Papierkrähen (Origami), um an Angehörige in Krankenhäuser zu denken. Wir haben in den letzten Tagen mit unseren Gastfamilien zusammen ca. 1.000 Papierkrähen gebastelt und an der Gedenkstätte des Einschlags aufgehangen.
Anschließend waren wir im Museum. Hier drei Bilder:
Falls es in Deutschland noch US-Atomwaffen gibt, wie es vor einigen Jahren der Fall war, werde ich nach diesem Tag dafür kämpfen, dass sie bei uns verschwinden. Diese Waffen haben in Deutschland nichts zu suchen und stehen im krassen Gegensatz zu unserem Verständnis von Frieden.
Wer dachte, dass auf der ganzen Welt überall die gleichen Stop-Zeichen im Straßenverkehr sind, hat sich, wie ich, geirrt. In Japan sehen sie anders aus:
Beim ersten drei-Stunden-Besuch in Kyoto habe ich es nicht so gemocht, aber ich habe mich überreden lassen zwei von unseren drei freien Tagen in Kyoto zu verbringen. Japanisch wird Kyoto übrigens mehr Kyo-To gesprochen, und nicht wie im Deutschen üblich Ky-Oto.
Hier ein paar Impressionen der zwei Tage. Es war genau Kirschblütenzeit in Kyoto als wir (Grace, Amanda, Yohanes und ich) da waren.
Echt eine super Stadt!
Die traditionelle Kleidung in Japan wird Kimono genannt. Es gibt sowohl Kimonos für Frauen als auch für Männer. Je nach Qualität werden die 3 Generationen oder mehr weitergereicht. Meine Gastmutter in Abiko hatte einen Kimono, der bereits über 100 Jahre alt war, und sie hat ihn immernoch getragen. Die Kimonos für Frauen sind traditionell sehr farbenfroh, die für Männer eher schlicht.
Hier ich im viel zu kleinen Kimono:
Hier mal in Cool:
Und wir alle in Kimonos (finde ich echt ein schönes Bild):
Also ich habe sowas von die falschen Schuhe für dieses Land. Unvorstellbar. Ich muss die jedesmal auf und zu schnüren. Im Durchschnitt ziehe ich bestimmt meine Schuhe fünf mal am Tag an und aus. Und wenn ich die Japaner in unserer Gruppe sehe, die einfach nur in ihre Schuhe schlüpfen, träume ich von anderen Schuhen.
Ich denke in keinem anderen Land auf der Welt gibt es größere unterschiede zwischen den verschiedenen Toilettenarten, wie hier in Japan. Vom Loch im Boden bis zum Hightechklo gibt es alles. Von den sogenannten Stehtoiletten habe ich (noch) kein Bild. Ich war einfach noch auf keiner und falls ich mal auf eine gehen muss, habe ich vermutlich keine Kamera mit. Wäre auch viel zu peinlich.
Also hier mal das Hightechklo:
Links neben der Schüssel (also, wenn man sitzt rechts) sind die Steuerelemente für die Komfortfunktionen. Von vorne nach hinten:
Es gibt in Japan fast keine Toilette bei der Brille nicht beheizt ist. Das muss aber nicht eingestellt werden. Die Funktion ist echt angenehm, wenn ich mir vorstelle, wie kalt Toilettenbrillen sein können.
Japaner sind außerdem sehr sauber. Wenn man in einem Haus ist in dem keine Schuhe getragen werden, gibt es extra Toilettenschuhe. Auch wenn es sich um ein öffentliches Gebäude handelt, wie hier:
Ich habe von den Cherry Blossom bereits in den USA gehört, und habe mir immer gedacht, was für ein Quatsch, aber das ist wirklich schön hier in Japan. Hier sind unglaublich viele Kirchbäume, die alle blühen. Ich habe leider keine Bilder von wirklich großen Flächen, aber die gibt es auch, und es ist wirklich wunder schön. Hier aber trotzdem ein paar Bilder: